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Großlagen & Zufallseinsätze

Der Einsatzgenerator würfelt nicht rein zufällig — Uhrzeit, Wochentag und Wetterlage der laufenden Schicht beeinflussen, welche Lagen wahrscheinlich sind, und einzelne Stichworte können zu einer Großlage mit mehreren Verletzten anwachsen.

Wo die Einsätze liegen

Auch der Ort ist nicht rein zufällig. Jede gewürfelte Lage hängt sich an eine Wache, auf der ein Fahrzeug der passenden Organisation steht, und liegt in deren Umkreis — ein Ausrückebereich liegt um seine Wache. Ohne diese Bindung wären in Kreisen, durch die Wasser oder Moor geht, Anfahrten von einer halben Stunde und mehr die Regel: Zwölf Kilometer Luftlinie über die Elbe sind vierzig Kilometer Straße.

Kleiner wird der Landkreis dadurch nicht. Je mehr Wachen besetzt sind, desto weiter verteilen sich die Einsätze — sie landen nur nicht mehr in Ecken, aus denen niemand hinkommt. Wer den ganzen Kreis bespielen will, besetzt Wachen im ganzen Kreis.

Massenanfall von Verletzten (MANV)

Einzelne Stichworte im Katalog sind als Großlage markiert (z. B. Busunglück, Schulbusunfall, Chemieunfall, Zugunglück mit Verletzten). Kommt eine solche Lage herein, würfelt der Generator zusätzlich eine Sichtung — die grobe Einteilung der Verletzten nach Dringlichkeit:

Kategorie Bedeutung
Rot Lebensgefahr, sofortige Behandlung
Gelb Schwer verletzt, dringende Behandlung
Grün Leicht verletzt, kann warten
Blau Ohne Überlebenschance / Sichtungskategorie für die Nachsorge

Die Leitstelle sieht diese Zahlen nicht sofort. Beim Notruf steht fest, dass es ein Massenanfall ist — am Einsatz steht dann „MANV – Sichtung steht aus". Wie viele Rote, Gelbe und Grüne es tatsächlich sind, meldet das erste Fahrzeug vor Ort; bis dahin ist zu disponieren, ohne es zu wissen, und genau darum geht es bei einer solchen Lage. Fragt die Notrufabfrage nach Betroffenen, wird der Fahrzeugvorschlag trotzdem schon größer — der Anrufer sagt „hier liegen viele", er zählt sie nur nicht aus.

Der Fahrzeugbedarf steigt entsprechend, und bei einem Rettungsdienst-Einsatz ergänzt das Spiel automatisch die Funktion „Leitender Notarzt" in den geforderten Funktionen, sofern noch nicht vorhanden. Der Patientenzyklus selbst läuft für jedes alarmierte Rettungsmittel wie gewohnt einzeln: vor Ort → Patient aufgenommen → Klinik → wieder frei — siehe Rollen & Aufgaben.

Sonderobjekte

Ein Teil der Einsätze liegt nicht an einer Straßenadresse, sondern in einem Objekt: Schule, Kindertagesstätte, Pflegeheim, Hotel, Verkaufsstätte, Industriebetrieb, Versammlungsstätte oder Bahnhof. Die Objekte stammen wie Wachen und Krankenhäuser aus OpenStreetMap; wo für einen Landkreis noch keine Daten vorliegen, spielt der erfundene Ort mit seinen eigenen Objekten weiter.

Am Einsatz steht dann ein kleiner Einsatzplan: die grobe Zahl der Menschen im Objekt und zwei bis vier Hinweise, die im echten Dienst im Ordner stünden — „Bewohner überwiegend nicht gehfähig", „nachts nur zwei Pflegekräfte im Dienst", „Meldekopf am Werktor". Die Leitstelle sieht ihn in der Einsatzliste, die Besatzung auf ihrer Einsatzkarte, und auf der Lagekarte lässt sich die Ebene Objekte einblenden.

Der Zuschlag zur Alarm- und Ausrückeordnung hängt an der Lage, nicht am Gebäude: Ein Brand im Pflegeheim fordert mehr Fahrzeuge und zusätzlich Drehleiter, Atemschutz und ein Transportmittel. Ein internistischer Notfall in derselben Einrichtung bleibt ein Rettungswagen — wer dort stürzt, braucht keine Drehleiter.

In der Nachbesprechung steht, ob die vom Objekt geforderten Funktionen auch alarmiert wurden.

Tageszeit und Wochentag

Manche Stichworte kommen nachts (22–6 Uhr) oder am Wochenende häufiger vor als tagsüber unter der Woche — ein internistischer Notfall oder ein Zimmerbrand etwa nachts, ein Verkehrsunfall oder Freizeitunfälle eher am Wochenende. Das ist keine feste Uhrzeit im Spiel, sondern eine Gewichtung: die betroffenen Stichworte werden zur passenden Zeit wahrscheinlicher gezogen, ohne dass andere Lagen ganz verschwinden.

Wetterlage

Zu Dienstbeginn würfelt das Spiel eine Wetterlage — und die bleibt nicht stehen, sondern zieht über die Schicht:

Wetter Häufigkeit zu Dienstbeginn Wirkung auf die Anfahrt
Klar 60 % keine
Regen 15 % leicht langsamer (≈ 92 % Tempo)
Glätte 15 % deutlich langsamer (≈ 75 % Tempo)
Sturm 10 % langsamer (≈ 80 % Tempo)

Wie stark das Wetter gerade bremst, steht im Kopf des Leitstellen-Arbeitsplatzes — Zeichen, Klartext und der Prozentsatz daneben. Ohne diese Angabe sieht eine Anfahrt von sechs Minuten dorthin, wo gestern vier standen, wie ein Fehler aus.

Der Wetterwechsel wird angekündigt

Jede Lage steht mindestens zwölf Minuten, danach kann die nächste kommen — und sie kommt nie unangesagt: Ein bis zwei Minuten vorher meldet sich der Deutsche Wetterdienst auf dem Funkkanal („Unwetterwarnung für den Landkreis …"). Diese Spanne ist die eigentliche Aufgabe: Wer sie nutzt, schickt ein Fahrzeug früher los oder legt eine Anfahrt anders. Wer nicht zuhört, wundert sich zwei Minuten später über die Zeiten.

Die Übergänge folgen einem echten Tag: Aus klarem Himmel wird Regen, aus Regen Sturm oder Glätte, aus Sturm wieder Regen. Was es nicht gibt, ist der Sprung von blankem Himmel in Blitzeis.

Unwetterwelle

Sturm und Glätte bringen keine gleichmäßig verteilten Einzelfälle, sondern eine Welle: Über einige Minuten kommen gehäuft kleine Lagen herein — Baum auf der Fahrbahn, Ast in der Oberleitung, abgedecktes Dach, Keller unter Wasser, Ölspur. Der Einsatznachschub läuft dabei rund zweieinhalbmal so dicht, und die Grenze für offene Lagen steigt auf das Doppelte.

Sie steigt, sie fällt nicht weg. Ohne Deckel stünde nach fünf Minuten eine Liste mit zwanzig offenen Lagen und keinem freien Fahrzeug — das ist keine Aufgabe mehr, sondern Stillstand. Die Kunst der Welle ist die Menge, nicht die Schwere: Großlagen werden währenddessen sogar seltener.

Damit in dieser Menge nicht untergeht, was liegen bleibt, altert die Wartezeit in der Einsatzliste sichtbar: Nach drei Minuten ohne Alarmierung steht sie in Amber, nach acht in Rot. Vorgezogen wird dadurch nichts — priorisieren macht die Leitstelle.

Jahreszeit und Silvester

Jede Runde hat eine Jahreszeit. Sie ist aus dem echten Datum vorbelegt und in der Lobby änderbar, und sie tut zweierlei:

  • Sie schränkt das Wetter ein: Glätte gibt es im Sommer nicht, weder zu Beginn noch als Wechsel.
  • Sie gewichtet Stichworte: Flächen- und Waldbrände sowie Badeunfälle im Sommer, Kaminbrände, Glätteunfälle und Kohlenmonoxid im Winter.

Dazu kommt der Schalter Silvesterlage — ausdrücklich nicht ans Datum gebunden: Der beliebteste Dienst im Jahr ist nichts, worauf man bis zum 31. Dezember warten möchte. An heißt: Kleinbrände, brennende Container und Handverletzungen durch Feuerwerkskörper in Serie, dazu etwas mehr Platz auf der Einsatzliste.

In der Ausbildungsschicht zieht kein Wetter auf. Wer zum ersten Mal an einem Tableau sitzt, hat genug damit zu tun, dass das Telefon klingelt.

Fahrzeug außer Dienst mit Grund

Beim Setzen von Status 6 (Nicht einsatzbereit) fragt ein kleiner Dialog nach dem Grund — Tanken, Defekt oder Reinigung, jeweils mit einer üblichen Dauer vorausgefüllt, oder Ohne Angabe. Die Leitstelle sieht Grund und voraussichtliche Dauer direkt im Fahrzeugtableau. Verlässt das Fahrzeug Status 6 wieder, werden Grund und Dauer automatisch gelöscht — sie hängen nur an diesem einen Aufenthalt in Status 6.

Gefahrgutlagen: Absperrbereich und Ausbreitung

Eine Lage, deren Alarm- und Ausrückeordnung Gefahrgut fordert, hat als einzige eine Fläche — und eine Richtung. Zu Dienstbeginn würfelt das Spiel neben dem Wetter eine Windrichtung (in Achtelschritten, „aus Südwest"); sie gilt für die ganze Schicht.

  • Der Absperrbereich ist ein Kreis um die Einsatzstelle. Er beginnt bei 50 Metern und wächst, solange niemand mit Messtechnik vor Ort ist — wer nicht weiß, womit er es zu tun hat, sperrt großzügig ab. Sobald der Messtrupp da ist, steht die Zahl. Der Höchstwert hängt an der Priorität: 100 Meter bei einem Gasgeruch, 200 bei einem Störfall.
  • Die Ausbreitung ist ein Sektor von 60° in Windrichtung. Wie weit er reicht, hängt am Wetter: Sturm trägt weiter, Regen wäscht aus.
  • Der Bereitstellungsraum liegt gegen den Wind. Fahrzeuge ohne Atemschutz halten dort, statt an die Einsatzstelle vorzugehen — auf der Lagekarte sichtbar. Für die Hilfsfrist zählen sie trotzdem: angekommen ist angekommen.
  • Sonderobjekte in der Fahne meldet die Einsatzstelle über Funk („Kindertagesstätte Sonnenschein im Ausbreitungsbereich, Räumung erforderlich"), und der Fahrzeugbedarf steigt. Wächst der Absperrbereich über 120 Meter, ohne dass Messtechnik da ist, fordert sie sie an.

Auf der Lagekarte liegen Kreis und Fahne unter allen Marken; in der Nachbesprechung steht, wie lange es bis zur Messtechnik gedauert hat. Abschaltbar in der Lobby.

Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft

Ein Einsatz endet nicht mit dem Tastendruck. Drückt eine Besatzung nach getaner Arbeit Status 1 oder 2, geht das Fahrzeug für ein paar Minuten auf Status 6 — mit Grund und voraussichtlicher Dauer:

Was war Grund Dauer
Patient transportiert Fahrzeugdesinfektion 5–9 min
dasselbe, seltener (etwa jedes sechste Mal) Desinfektion nach Infektionstransport 15–25 min
an einer Gefahrgutlage gearbeitet Dekontamination nach Gefahrguteinsatz 20–30 min
Wasser abgegeben (Brandeinsatz) Tank füllen, Schläuche tauschen 7–12 min, bei großem Tank mehr
unter Atemschutz gearbeitet Atemschutzgeräte tauschen 8–13 min
hydraulisches Gerät eingesetzt Rettungssatz reinigen und verlasten 8–12 min
sonst an der Einsatzstelle gearbeitet Gerät reinigen und verlasten 3–6 min
nur hingefahren und abgedreht — keine
dagewesen, aber nichts getan — keine

Dagewesen ist nicht gearbeitet. Die letzte Zeile ist die wichtigste an einer Großlage: Wer eintrifft, wenn die Einsatzstelle schon abgearbeitet ist, oder wer im Bereitstellungsraum gehalten hat, rückt ohne Werkstattzeit wieder ein. Gerechnet wird, was ein Fahrzeug beigetragen hat — eine Aufgabe vorangebracht, Wasser abgegeben, einen Suchabschnitt abgelaufen. An einer Lage ohne Aufgabenliste gibt es nichts zu rechnen; dort genügt weiterhin, dagewesen zu sein.

Die Polizei ist ausgenommen: Ein Streifenwagen fährt nach der Unfallaufnahme weiter Streife, da ist nichts wiederherzustellen. In der beschleunigten Simulation laufen die Fristen mit derselben Uhr wie alles andere — die Werkstatt soll nicht plötzlich die längste Zeit der Schicht sein.

Der Löschwassertank ist danach wieder voll, nicht vorher. Solange die Frist läuft, weist das Spiel Status 1 und 2 ab und nennt die Restzeit; danach stellt sich das Fahrzeug von selbst wieder auf Status 2, auch wenn niemand mehr davorsitzt. Eine selbst gewählte Außerdienststellung bleibt davon unberührt — wer Status 6 drückt, darf jederzeit wieder Status 2 drücken.

Ein Sprechwunsch ist kein Schlupfloch. Gerechnet wird mit dem, was das Fahrzeug zuletzt getan hat, nicht mit der letzten Taste: Wer nach der Übergabe am Krankenhaus erst Status 5 und dann 1 drückt, geht genauso in die Wiederherstellung wie ohne den Sprechwunsch. Und eine 5 während der Frist unterbricht Status 6 nur — Grund und Restzeit bleiben stehen, die 1 danach wird weiter abgewiesen.

Abschaltbar in der Lobby; in der Ausbildungsschicht gilt die Regel nie.

Züge und Verbände

Bei den meisten Stichworten sagt die Alarm- und Ausrückeordnung nur eine Zahl und eine Liste von Funktionen: „vier Fahrzeuge, darunter Löschangriff und Atemschutz". Bei größeren Lagen sagt sie mehr — dort steht ein Verband, und der nennt statt einer Zahl seine Plätze:

Verband Plätze
Löschzug Einsatzleitwagen · erstes Löschfahrzeug · Drehleiter · zweites Löschfahrzeug
Rüstzug Einsatzleitwagen · Brandschutz · technische Rettung · Bergung (Kür)
Gefahrgutzug Einsatzleitwagen · Brandschutz · Gefahrgut · Messtechnik · Dekontamination (Kür)
Zwei Löschzüge zweimal der Löschzug, getrennt gezählt

Einen Löschzug fordern die B3-Stichworte, einen Rüstzug die Verkehrsunfälle mit eingeklemmter Person und der Gebäudeeinsturz, einen Gefahrgutzug die ABC-Lagen. Die Großschadenslage B4 rückt mit zwei Löschzügen aus.

Warum zwei Löschfahrzeuge einzeln dastehen. Ein Löschzug rückt nicht mit einem Löschfahrzeug aus, sondern mit zweien — der zweite Trupp stellt den Sicherheitstrupp und die zweite Angriffsrichtung. Eine Funktionsliste kann das nicht ausdrücken: „Löschangriff" ist abgehakt, sobald ein Fahrzeug ihn mitbringt.

Jedes Fahrzeug füllt höchstens einen Platz. Besetzt wird immer zuerst der Platz mit den wenigsten Bewerbern. Steht nur ein HLF im Ausrückebereich, geht es auf die technische Rettung und nicht auf den Brandschutz — sonst bliebe der Rüstplatz leer, obwohl das passende Fahrzeug in der Halle stand.

Was offen bleibt, bleibt sichtbar. Im Einsatzbogen steht jeder Platz mit dem Fahrzeug darauf oder mit „offen". Fehlt im Landkreis die Drehleiter, sieht die Leitstelle das — statt bloß vier statt fünf Fahrzeuge zu zählen. Ein Kür-Platz zählt dabei nicht als Lücke: Ein Rüstzug ohne Kran ist ein Rüstzug, dem der Kran fehlt. Verlangt das Stichwort die Funktion allerdings ausdrücklich, wird auch die Kür zur Pflicht.

Der Verband ersetzt die Funktionsliste nicht, er kommt ihr zuvor: Was der Zug offen lässt, füllt der Alarmvorschlag danach wie bisher nach Fähigkeiten auf.

Nachforderungs-Vorschlag

Meldet eine Besatzung eine Lagemeldung, die wörtlich eine geforderte Funktion nennt, die noch kein alarmiertes Fahrzeug abdeckt, schlägt die Leitstelle selbst eine Nachforderung vor — z. B. „Vorschlag: Drehleiter nachfordern?". Das passiert höchstens einmal je fehlender Fähigkeit und Einsatz. Es bleibt ein Vorschlag: die Leitstelle entscheidet weiterhin selbst, ob und was tatsächlich nachgefordert wird.

Diese Automatik ersetzt keine Entscheidung der Leitstelle — sie macht nur sichtbar, was aus der Lagemeldung bereits hervorgeht.

Einsatzleitung vor Ort

Ab einer großen Lage — Priorität 3, ein Massenanfall oder mindestens vier alarmierte Fahrzeuge — kann die Besatzung eines Führungsfahrzeugs (ELW), die auf Status 4 an der Einsatzstelle steht, die Einsatzleitung übernehmen. Sie ist keine dritte Rolle, sondern eine Aufgabe am Einsatz: Wer sie hält, bleibt Fahrzeugbesatzung.

Die Einsatzleitung bildet Abschnitte („Wasserversorgung", „Sichtung", „Absperrung") und teilt die Kräfte zu — das ordnet die Einsatzstelle, ändert aber weder Status noch Route: alarmiert und disponiert wird weiterhin von der Leitstelle. Solange geführt wird, richten die Bot-Besatzungen ihre Lagemeldungen und Nachforderungen an die Einsatzleitung statt an die Leitstelle; die Nachforderungen sammeln sich dort und gehen gebündelt als eine Meldung weiter — erst dann steigt der Bedarf der Lage. Menschen funken frei wie immer.

Die Einsatzleitung endet mit dem Abgeben oder spätestens, wenn das Führungsfahrzeug einrückt. In der Nachbesprechung steht eine große Lage ohne Einsatzleitung als Hinweis — kein Fehler, aber der Moment, in dem fünfzehn Einzelmeldungen den Kanal zerbrechen. Eine geführte Lage wird genannt, nie benotet.

Öffentlichkeit an der Einsatzstelle

Nicht jede Störung kommt aus dem System — manche kommt von draußen. Selten, über dieselbe Häufigkeitsstufe wie alle Störungen (aus / selten / gelegentlich), und mit denselben Regeln: nichts davon kostet Punkte, und in der Nachbesprechung steht jeder Vorfall mit Namen.

  • Schaulustige. Wo mehrere Fahrzeuge arbeiten, sammelt sich eine Menge — die Zufahrt wird zäh, das letzte Stück jeder Anfahrt dauert spürbar länger. Eine eintreffende Streife löst die Menge in wenigen Minuten auf; ohne Polizei vergeht die Lust von selbst, nur später.
  • Drohne. Über einer dringenden Lage steht eine private Drohne — der Luftraum ist nicht frei, und solange sie steht, startet kein Rettungshubschrauber auf diese Lage. Nach ein paar Minuten ist sie weg; die Polizei ermittelt den Piloten.
  • Presseanruf. Auf der Notrufleitung meldet sich die Lokalredaktion — erkennbar erst im Gespräch: Sie stellt sich vor und stellt Fragen, statt etwas zu melden. Auflegen, Wegdrücken oder Klingelnlassen kostet nichts — der Preis war die belegte Leitung. Aus einem Presseanruf entsteht nie ein Einsatz; im Anrufjournal steht er mit eigenem Ausgang „Presse".

Vegetationsbrand — die Fläche wächst

Ein Waldbrand wartet nicht. Flächen-, Wald- und Böschungsbrände haben deshalb eine Fläche in Hektar statt eines Punktes: Sie beginnt klein (0,4 Hektar, bei einer dringenden Lage 1,2) und wächst weiter, solange zu wenig gegen sie steht. Auf der Lagekarte liegt sie als Kreis, der größer wird.

Wie schnell, entscheiden drei Dinge:

Einfluss Wirkung
Die Lage selbst ein Böschungsbrand wächst viermal langsamer als ein Waldbrand
Trockenheit (Jahreszeit + Wetter) im Sommer dreimal so schnell wie im Winter; Regen halbiert es
Wind Sturm trägt Funkenflug und fast verdoppelt das Wachstum, Regen bremst

Dagegen steht, was an der Einsatzstelle wirklich löscht: Ein Fahrzeug mit Vegetationsbrand-Ausrüstung hält am meisten nieder, ein gewöhnliches Löschfahrzeug gut halb so viel, alle anderen wenig — Schläuche schleppen, Wundstreifen ziehen.

Entscheidend ist aber das Wasser. Ein Fahrzeug mit leerem Tank und ohne stehende Versorgung leistet null — es ist ein Lastwagen im Wald. Ein Vegetationsbrand ist damit in erster Linie eine Frage der Wasserversorgung (siehe Fahrzeuge & Organisationen) und erst in zweiter eine der Fahrzeugzahl.

Übersteigt die Löschleistung das Wachstum, steht die Riegelstellung, und die Einsatzstelle meldet „Feuer unter Kontrolle". Vorher meldet sie sich zweimal von selbst: Ab drei Hektar fordert sie nach — deutlich, bevor nichts mehr zu entscheiden ist —, ab acht Hektar ist es eine Großlage.

Abschaltbar in der Lobby. Aus heißt: Ein Vegetationsbrand ist ein Punkt wie jeder andere Einsatz.

Vermisstensuche als Flächenlage

Jeder andere Einsatz ist ein Punkt: eine Adresse, die man anfährt. Eine Vermisstensuche ist eine Fläche — ein Kreis um den letzten bekannten Ort, aufgeteilt in acht Abschnitte nach Himmelsrichtung („Nord", „Nordost", …). Sie wird nicht angefahren, sondern abgearbeitet: Auf der Lagekarte färben sich die Abschnitte, je weiter sie abgesucht sind, und im Einsatzdetail steht der Fortschritt in Prozent.

Die vermisste Person liegt in genau einem Abschnitt, an genau einer Stelle darin. Wer diesen Abschnitt absucht, findet sie unterwegs — nicht erst, wenn er fertig ist.

Entschieden wird dabei nicht das „Wohin", sondern das Wer:

Wer sucht Wie schnell
Rettungshundestaffel (Flächensuche) ein Abschnitt in etwa fünf Minuten
Fachgruppe Ortung, Diensthundeführer etwa sieben Minuten
jedes andere Fahrzeug vor Ort etwa vierzehn Minuten

Dazu kommen die Umstände: Ein größeres Suchgebiet dauert länger, Regen und Sturm bremsen, und nachts schafft jede Einheit nur einen Bruchteil — es sei denn, jemand hat Beleuchtung dabei (GKW, Fachgruppe Notversorgung). Der GKW findet niemanden, aber er macht die Nacht fast zum Abend.

Jedes Fahrzeug vor Ort bekommt von selbst den am wenigsten abgesuchten freien Abschnitt. Die Leitstelle kann im Einsatzdetail umsteuern — ein zugeteilter Abschnitt wird danach nicht mehr überschrieben.

Der Fund verschiebt die Einsatzstelle: Sie liegt danach dort, wo die Person gefunden wurde, und wer noch anfährt, fährt dorthin. Zugleich wächst die Alarm- und Ausrückeordnung um „Patientenversorgung" — und wenn die Suche lang war oder die Nacht kalt, um einen Notarzt: Wer nach zwanzig Minuten im Gelände gefunden wird, ist unterkühlt. Aus der Suchlage wird in diesem Moment ein Rettungseinsatz.

In der Nachbesprechung steht die Suchdauer, dazu der Hinweis, wenn ohne Flächensuchkräfte gesucht wurde („drei Löschfahrzeuge können einen Wald umstellen, absuchen können sie ihn nicht") oder nachts ohne Licht. Wer die Person findet, bekommt dafür Erfahrung.

Abschaltbar in der Lobby („Vermisstensuche als Flächenlage"). Aus heißt: Suchstichworte kommen weiterhin vor, verhalten sich aber wie jeder andere Einsatz.